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19.02.2009: Pressekonferenz "Erprobung der Freiheit" Drucken E-Mail
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Pressekonferenz

“Erprobung der Freiheit!”


am Donnerstag, 19.2.2009
10.00 Uhr in Stiegl's Brauwelt


Thema:

Forensisch psychiatrische Wohneinrichtungen
in Salzburg
Erste Erfahrungen / Buchvorstellung

Bild v.l.n.r.: Andreas Szigethy, Anja Niederreiter (Leitung), Melanie Krebs


TeilnehmerInnen der Pressekonferenz:

  • Präsidenten der Pro Mente Salzburg:

Prim. Univ. -Prof. Dr. Christoph Stuppäck
Leiter der Univ. -Klinik f. Psychiatrie und Psychotherapie I    
Prim. Univ. -Doz. Dr. Christian Geretsegger
Leiter der Forensischen Sonderstation der Univ. -Klinik  f. Psychiatrie und Psychotherapie I

  • BuchautorInnen: 

Anja Niederreiter, Leiterin Neuland Salzburg
Mag. Andreas Szigethy, Stv.Leiter
Mag. Melanie Krebs, Verantwortliche Trainingswohnungen

  • Betroffene
Die Pressekonferenz in der ´Stiegls Brauwelt´ war gut besucht, das Thema Forensische PatientInnen- was passiert mit ihnen nach der Tat? löst immer noch Betroffenheit und Angst aus.
Dazu erklärt Herr Univ. Prof. Dr. Christoph Stuppäck: Psychisch Kranke sind immer noch stigmatisiert. Niemand weiß, dass Menschen mit einer psychischen Erkrankung tatsächlich öfter Opfer von Gewalttaten sind als, dass sie Täter sind!

Auch ist nicht bekannt, dass ein behandelter psychisch kranker Mensch nicht gefährlicher ist als die Durchschnittsbevölkerung. Nicht Wissen macht Angst. Ängste sind sehr oft irrational, so haben wir zum Beispiel vor Hunden, Spinnen und Schlangen Angst- obwohl die meisten Verletzungen durch Tiere in Österreich von Kühen verursacht werden. Auch der Begriff des ´geistig abnormen Rechtsbrechers´ ist völlig überaltert und vermittelt einen falschen Eindruck über das tatsächliche Krankheitserleben und –geschehen.
Univ. Doz. Dr. Christian Geretsegger führt dazu weiter aus: Ein Fuchs, Fritzl oder Unterweger sind KEINE geistig abnormen Rechtsbrecher, sondern Menschen mit abnormen Neigungen.

 

Die Menschen, die in der Pro Mente Plus, im Neuland, rehabilitiert werden sind Menschen, die aufgrund einer UNBEHANDELTEN psychischen Erkrankung, meist einer Schizophrenie, zum Zeitpunkt der Tat nicht schuldfähig waren, weil sie aufgrund einer Wahnvorstellung die Realität völlig umgedeutet haben und sich zum Beispiel vom Polizisten bedroht gefühlt haben.


Anja Niederreiter berichtet über die Umfrageergebnisse bei 500 dieses Monat befragten SalzburgerInnen:

Drei Fragen aus dem Themenbereich „psychische Erkrankung“ waren zu beantworten.

Wiewohl Antwortkategorien vorgegeben waren, konnte nur etwa ein Drittel der Befragten die Frage „Was ist eine bipolare Störung?“ richtig beantworten. Zwei Drittel der Befragten, hielt sie für ein Wetterphänomen oder eine Störung des Stromkreislaufes bzw. konnte keine Angabe machen.

 

Vergleichbares gilt für die Anti-Stigma-Kampagne, die nur etwa ein Drittel der Befragten für eine Initiative gegen die Ausgrenzung psychisch Kranker hielt. Der Rest der Befragten gab an, es handle sich um eine Kampagne gegen die Beschneidung junger Mädchen oder für die Integration ausländischer ArbeitnehmerInnen bzw. konnte gar keine Angabe machen.


 „Was war der Sinn der Anti-Stigma Kampagne?“

Schließlich und endlich zeigte sich aber auch, wie einseitig das Bild des sogenannten „geistig abnormen Rechtsbrechers“ auf Teilausschnitte des Spektrums psychischer Erkrankungen eingeengt ist. Nur knapp ein Sechstel der Befragten dachte beim Begriff „geistig abnorme Rechtsbrecher“ überhaupt an die Erkrankung“ Schizophrenie“. Meist  wird der Begriff des „geistig abnormen Rechtsbrechers“ mit Begriffen wie „Psychopathie“ oder „Pädophilie“ verbunden oder aber es wird gar keine Angabe gemacht.


„Was verbinden Sie am ehesten mit dem Begriff „geistig abnormer Rechtsbrecher?“

Herr Mag. Andreas Szigethy und Frau Mag. Melanie Krebs berichten gemeinsam mit den beiden anwesenden Betroffenen über ihre Erfahrungen mit der Erkrankung, mit dem Rechtssystem und warum es wichtig war das Buch“Erprobung der Freiheit!”zu schreiben!


Buchvorstellung: “Erprobung der Freiheit!”

´Unzurechnungsfähig- lebenslang in der Anstalt wegsperren!´ Was verbirgt sich hinter dieser Forderung? Im vorliegenden Buch “Erprobung der Freiheit”, verfasst von BetreuerInnen der ersten forensischen Wohneinrichtung in Salzburg, finden Sie eine Antwort.

 

Es ist ein Buch über Menschen, die es in ihrem Leben nicht leicht hatten. Alle hier vorgestellten Menschen haben einen ganz großen Schritt geschafft: Trotz einer schweren psychischen Erkrankung geht es nach einer erfolgreichen psychiatrischen Behandlung aus der psychiatrischen Anstalt/forensischen Station heraus, in ein rund um die Uhr betreutes Wohnheim. Der erste und große Schritt in die Freiheit.

 

Die AutorInnen Anja Niederreiter, Mag. Andreas Szigethy und Mag. Melanie Krebs beschreiben  forensisch psychiatrische Falldarstellungen einer Wohneinrichtung.


Herausgeber: Pro Mente Salzburg
Verlag: Edition Pro Mente, ISBN 978-3-901409-98-1   
http://www.promenteooe.at/edition/pages/index_folge.htm

Kontaktadressen für weitere Informationen:

Ing. Mag. Margret Korn Pro Mente Salzburg,
Geschäftsführung, Südtirolerplatz 11/1.Stock, 5020 Salzburg
Tel:  0662-880524-0 Fax: 0662-880524-9
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Anja Niederreiter Leiterin NEULAND Pro Mente Plus
Nussdorferstr. 25, 5020 Salzburg
Tel:  0662-834595-0 Fax: 0662-834595-9
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