Ambulante Krisenintervention im Pinzgau eröffnet :
Rasche und professionelle Hilfe
bei akuten Krisen.
Depression, Scheidung, Todesfall oder Kündigung – das sind Situationen, die Menschen in einen psychischen Ausnahmezustand versetzen können.
Die Ambulante Krisenintervention bietet hier rasch professionelle Unterstützung und Hilfe.
"Ziel der Ambulanten Krisenintervention ist es, rund um die Uhr Ansprechpartnerin für Menschen in akuten Not- und Krisensituationen sowie für deren Angehörige zu sein", betonte Sozialreferentin Landesrätin Erika Scharer bei der Eröffnung der Ambulanten Krisenintervention am Freitag, 7. November, in Zell am See.
"Die Zahl der Menschen, die Hilfe in Krisensituationen benötigen, steigt", so Scharer, "daher war es dringend notwendig, den regionalen Ausbau der Ambulanten Krisenintervention voranzutreiben, und es wurde ein wichtiges Angebot an Ort und Stelle geschaffen.
Mit Pro Mente wurde ein professioneller Träger, der bereits genügend Erfahrung in diesem Bereich mitbringt, gefunden."
(Bild, Fotograf: J. Demitsch: Eröffnung in Zell am See, 07.11.2008, v.l.n.r.: Mathias Megyeri, AKI Pinzgau, E. Scharer, Sbg. Landesregierung, Karin Unterluggauer AKI Pinzgau)
Anlaufstelle für alle psychisch belasteten Menschen
Die Krisenintervention bietet für alle Menschen in belastenden Situationen eine Anlaufstelle.
"In persönlichen Gesprächen versuchen therapeutisch geschulte Mitarbeiter eine Entlastung und Entschärfung der Krise zu erreichen", so Josef Demitsch, Leiter der Ambulanten Krisenintervention Salzburg. Und die Mitarbeiter der Krisenintervention leisten Hilfe zur Selbsthilfe, um so Kurzschlusshandlungen wie zum Beispiel Aggressionshandlungen gegen sich und andere bis hin zum Selbstmord vorzubeugen.
Das Angebot der Krisenintervention beinhaltet aber auch die Entlastung und Unterstützung von Angehörigen und anderen Bezugspersonen, die mit Menschen in krisenhaften Entwicklungen konfrontiert sind.
"Die Ambulante Krisenintervention hilft nicht nur Menschen mit einer psychischen Erkrankung, sondern auch Menschen, die durch besondere Lebensumstände vorübergehend aus der Bahn geworfen werden und auf Unterstützung angewiesen sind", so Demitsch. Zu akuten Not- und Krisensituationen zählen beispielsweise Partnerkonflikte, Trennungserlebnisse, Todesfälle, schwer zu bewältigende Verlusterlebnisse und Suizidgefahr.
Vielen Klienten kann mit einem oder mehreren Telefonaten ausreichend Unterstützung geboten werden. Vor allem an Wochenenden und Feiertagen sowie nachts bietet die Ambulante Krisenintervention eine Anlaufstelle für Menschen in akuten Not- und Krisensituationen.
Durch eine effiziente Zusammenarbeit mit den psychosozialen Diensten, spezialisierten Beratungseinrichtungen, Psychotherapeuten, Ärzten, Psychiatern der Christian-Doppler-Klinik und der Psychiatrischen Abteilung des Krankenhauses Schwarzach kann die Ambulante Krisenintervention für die Klienten die bestmögliche Hilfe gewährleisten beziehungsweise vermitteln.
Beziehungsprobleme an erster Stelle
Die Hauptgründe, warum sich die Salzburgerinnen und Salzburger an die Ambulante Krisenintervention wenden, sind Beziehungsprobleme im nächsten sozialen Umfeld wie etwa in der Partnerschaft oder Familie (44 Prozent). 25 Prozent kommen mit Problemen aufgrund einer eigenen psychischen Störung beziehungsweise der von Angehörigen und schweren Belastungen, ausgelöst beispielsweise durch Traumen, Todesfälle, Trauer, Verlust, Einsamkeit oder Suizid im persönlichen Umfeld. 19 Prozent suchen die Ambulante Krisenintervention auf, da sie Opfer von Gewalt sind oder aufgrund einer eigenen körperlichen Erkrankung oder der von nahen Angehörigen. Soziale Probleme wie Probleme auf dem Arbeitsplatz, Wohnprobleme oder finanzielle Probleme sind zu 13 Prozent vertreten. "In der Regel haben die verschiedenen Probleme der Klienten mehrere Ursachen", so der Leiter der Ambulanten Krisenintervention, Josef Demitsch.
Ein Drittel der Klienten hat Suizidgedanken
20 Prozent der Klienten berichteten über kurzzeitige bis hin zu immer wiederkehrenden suizidalen Gedanken. 14 Prozent aller, die die Krisenintervention in Anspruch nehmen, litten darüber hinaus unter ständigen Suizidgedanken bis hin zu manifesten Suizidabsichten.
"Besonders in Lebenssituationen wie diesen entscheidet oft rasche, professionelle und menschliche Hilfe", betonte Landesrätin Scharer. "Im Vordergrund stehen die Wahrnehmung und Klassifizierung einer Suizidgefährdung und die Einleitung der sich daraus ergebenden notwendigen Unterstützungsmaßnahmen", so Demitsch. Hilfe zur aktiven Bewältigung der Krise bedeutet die Rückgewinnung der Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit der Klienten, mit den Klienten konstruktive Lösungsversuche unter dem Motto "Krise als Chance" zu erarbeiten und Motivationsarbeit für längerfristige Behandlungskonzepte, um neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
Krisenintervention wird vermehrt in Anspruch genommen
Von 2004 bis 2007 ist eine jährliche Steigerung der Inanspruchnahme der Krisenintervention zu verzeichnen. Diese Steigerung betrifft in erster Linie die Telefon-Hotline im Jahr 2007 mit zirka 14 Prozent wie die Ambulanz mit zirka fünf Prozent.
Im Pongau ist ein Anstieg in der Ambulanz von fünf Prozent zu verzeichnen. Insgesamt stieg die Inanspruchnahme von rund 6.500 Kontakten im Jahr 2004 auf 9.400 Kontakte im Jahr 2007. Den Grund für die laufende Steigerung sieht Demitsch nicht nur in beständiger Öffentlichkeitsarbeit, sondern vor allem in der permanenten Vernetzung der Ambulanten Krisenintervention und dem Multiplikatoreneffekt ehemaliger Klienten – immer vor dem Hintergrund der realen Bedürfnislage der Salzburger Bevölkerung.
Demitsch erwartet ein weiteres Ansteigen der Inanspruchnahme für 2008.
Frauen suchen verstärkt Hilfe
Von 2004 bis 2007 haben die Krisenintervention Salzburg und Pongau in 67,2 Prozent der Fälle die Frauen und in 32,8 Prozent der Fälle die Männer in Anspruch genommen.
Hier ist über die vergangenen Jahre eine gleichbleibende Verteilung festzustellen. Das Altersspektrum reicht von zehn bis 81 Jahre mit einem Mittelwert von 39,3 Jahren. Am häufigsten nimmt die Altersgruppe zwischen 39 und 49 Jahren das Angebot der Ambulanten Krisenintervention in Anspruch. Rund zwei Drittel der Menschen, die sich an die Krisenintervention wenden, stammen aus der Stadt Salzburg und dem näheren Umland. Rund ein Drittel kommt aus den südlichen Bezirken.
37 Prozent der Klienten sind ledig,
32 Prozent sind verheiratet,
14 Prozent sind geschieden,
12 Prozent leben in Lebensgemeinschaften,
4 Prozent leben aktuell in Scheidung,
2 Prozent sind verwitwet.
Etwa ein Drittel der Klienten lebt alleine, ein Viertel mit der eigenen Familie.
Sehr gering ist der Anteil derer, die in einer sozialen Einrichtung leben beziehungsweise wohnungslos sind. Mehr als die Hälfte der Hilfesuchenden ist berufstätig. Rund ein Fünftel ist arbeitslos.
KONTAKT:
Die Krisen-Hotline ist rund um die Uhr zu erreichen:
0662/43 33 51 in Salzburg
06412/20033 in St. Johann im Pongau
06542/72600 in Zell am See
Öffnungszeiten der Ambulanten Krisenintervention:
Montag bis Freitag von 13.00 Uhr bis 21.30 Uhr
5020 Salzburg, Südtiroler Platz 11 E-mail:
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5600 St. Johann, Hauptstraße 68-70 E-mail:
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5700 Zell am See-Bruckberg, Salzachtal Bundesstr. 37
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Ltg.:Josef G. Demitsch
Die Ambulante Krisenintervention ist eine Einrichtung von Pro Mente Salzburg, Gemeinnützige Gesellschaft für psychische und soziale Rehabilitation GmbH und wird durch das Sozialressort des Landes finanziert.