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Das Heimo-Gastager-Haus
1977
wurde das Heimo-Gastager-Haus vom Primar Dr. Heimo Gastager als eine
Einrichtung zur Wohnrehabilitation für junge Erwachsene mit einer psychischen
Erkrankung gegründet. Er war zur damaligen Zeit der Leiter der psychiatrischen
Abteilung des Salzburger Landeskrankenhauses - der heutigen Christian Doppler
Universitätsklinik- und galt als einer der
engagiertesten österreichischen Reformpsychiater.
Junge Menschen können in schwere psychische
Krisen kommen, die auch einen stationären Aufenthalt in einer psychiatrischen
Abteilung notwendig machen. Geplagt von Ängsten, Depressionen, Zwängen,
Orientierungslosigkeit, Unsicherheit, Misstrauen, Stimmen hören,
Verfolgungsideen, Selbstmordgedanken oder Kraftlosigkeit finden sie sich im
Leben nicht mehr zurecht, ziehen sich zurück oder werden auffällig . Angehörige
sind voller Sorge und überfordert und beide Seiten sind auf professionelle
Hilfe und Behandlung angewiesen, um aus
einem destruktiven Kreislauf heraus zu kommen.
Mit einer vorübergehenden stationären
Behandlung ist es oftmals nicht getan. Vielmehr brauchen diese Menschen eine
längerfristige Möglichkeit, in einem geschützten und betreuten Wohnrahmen in
einer familienähnlichen Atmosphäre sich wieder zu stabilisieren, ihre
Erkrankung zu verstehen und mit ihr umgehen zu lernen, wieder Selbstvertrauen
aufzubauen und die Fähigkeit, mit anderen in Kontakt zu treten und an ihre
persönlichen Ziele und ihre berufliche Zukunft wieder zu glauben und diese
aktiv mitzugestalten.
Im
Heimo-Gastager-Haus findet man die entsprechenden
Unterstützungsangebote. Die Landesregierung finanziert die
Rehabilitationseinrichtung. Das Haus befindet sich in einer ruhigen Wohngegend
in Lehen und bietet 18 jungen Frauen und Männern seit 30 Jahren eine umfassende
Betreuung durch ein multiprofessionelles Team von PsychologInnen,
PsychotherapeutInnen, einer Sozialarbeiterin und einem Psychiater. Jede/r
BewohnerIn hat ein Einzelzimmer als persönlichen Gestaltungs- und Rückzugsraum.
Das Leben in einer Gemeinschaft ist ein wichtiges Element in der gesamten
Rehabilitation. Vor allem junge Menschen, die zum ersten Mal mit einer
psychischen Erkrankung konfrontiert sind, brauchen eine verständnisvolle
Umgebung und den Austausch mit Gleichaltrigen. Gemeinschaftsräume bieten dazu
Gelegenheit. Der Abbau von sozialen Ängsten, das Entwickeln von Kontakt- und
Kommunikationsfähigkeit -auch die Notwendigkeit, sich abzugrenzen - wird
unterstützt durch verschiedene Gruppenaktivitäten: Psychotherapie- und
Freizeitgruppen, Kompetenztrainings, Feiern von Festen und alltägliche
Begegnungen.
Jede/r BewohnerIn hat eine/n persönliche/n
BetreuerIn und BezugstherapeutIn, der/die ihn während der gesamten
Aufenthaltsdauer (bis zu drei Jahren) in allen Belangen des Lebens begleitet.
Die berufliche Integration wird außerhalb
des Hauses trainiert, jedoch von den MitarbeiterInnen intensiv
unterstützt.
Die Salzburger Landesregierung ist der
wichtigste Kostenträger. Die Salzburger Gebietskrankenkasse leistet einen
Zuschuss zu den Psychotherapien. Die BewohnerInnen leisten einen
einkommensabhängigen Selbstbehalt zu den Aufenthaltskosten.
Eine erfolgreiche Rehabilitation ermöglicht
den BewohnerInnen nächste Schritte,
indem sie in eine Mietwohnung oder eine weniger intensiv betreute
Wohngemeinschaft ziehen, einer Tätigkeit nachgehen und Möglichkeiten zu einer
sinnvollen Freizeitgestaltung gefunden haben und einen förderlichen Kontakt zum
Elternhaus, zu Freunden und Bekannten pflegen. Notwendige Psychopharmaka nehmen
sie in Selbstverantwortung und in Absprache mit ihrem/r PsychiaterIn ein und
nehmen weiterhin eine ambulante Psychotherapie in Anspruch.
Daten zum Heimo-Gastager-Haus
Innerhalb der 30 Jahre
wurden insgesamt über 300 Personen aufgenommen.
Das Verhältnis Männer zu
Frauen ist 55% zu 45%
Hauptdiagnosen sind mit
60% Schizophrenie und wahnhafte Störungen und mit 27% affektive Störungen wie
Depression und Manie.
Aufenthaltsdauer: 50%
sind über zwei Jahre im Heimo Gastager Haus.
Wohnort vor der Aufnahme:
50% aus der Stadt Salzburg, 36% aus dem Land Salzburg.
Altersverteilung: 70%
sind junge Erwachsene unter 30 Jahren.
Ein Film über das
„Leben im Heimo-Gastager-Haus"
Für die 30-Jahrfeier
wurde in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Puch-Urstein über ein halbes
Jahr gemeinsam mit vier BewohnerInnen des Hauses ein einfühlsamer
Dokumentarfilm über das Leben im Haus und außerhalb des Hauses gedreht. Die
zwei Männer und Frauen geben einen Einblick in ihre psychische Erkrankung und
über die positiven Veränderungen während des Aufenthaltes im Heimo Gastager
Haus. Der Film wird bei der Festveranstaltung in der Residenz gezeigt. Einer
der Hauptdarsteller wird bei der Pressekonferenz anwesend sein.
Mag. Peter Laninschegg
therapeutischer Leiter
des Heimo Gastager Hauses.
Kontakt | zusätzliche Informationen zum Heimo-Gastager-Haus
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